....generell so einen Hund, wie es Luzy ist gibt es
nicht noch einmal auf dieser Welt, aber das behaupten offensichtlich die meisten
Hundebesitzer von ihrem Hund.
Als für uns feststand, dass ein Hund ins Haus kommen soll
und kann, waren wir uns eigentlich ziemlich sicher, dass es ein Golden
Retriever werden sollte. Über den Golden Retriever wussten wir, dass er
sehr kinderlieb sei und einen „gutmütigen“ Charakter besitzt.
Da wir uns aber noch nicht 100 % sicher waren, kauften wir uns eine CD mit Hunderassen. Auf
dieser CD waren viele, viele Hunderassen. Man hatte dort die Möglichkeit
Auswahlkriterien einzugeben, wie z. B. Größe, Charaktereigenschaften usw.
Als wir unsere Kriterien eingeben hatten kamen immer noch
sehr viele Rassen laut dieser CD für uns in Frage. Unter all diesen Hunden war
auch der Golden Retriever, was uns davon überzeugte, dass wir mit unseren
Vorstellungen gar nicht so falsch lagen.
....aber plötzlich sahen wir ihn. Einen
Flat coated Retriever ! Auf dieser CD konnte man sich auch noch kurze
Bewegungsfilme über die Hunde ansehen. Als wir das Video von diesem Flat sahen,
war es um uns geschehen. Ein Flat musste es nun sein. Es war Liebe auf den
ersten Blick und brachte noch so viele tolle Eigenschaften mit.
Er war so elegant und so anmutig und vor allen Dingen war er schwarz. Er
wurde zwar als Retriever beschrieben, aber er war dennoch so anders als ein
Golden. Der ausschlaggebende Anreiz lag auch darin, dass ein Flat etwas mehr von
allem als ein Golden brauchte. Wir konnten nicht mehr aufhören uns Bücher
zu kaufen. Leider stellten wir sehr schnell fest, dass es tatsächlich
nur ein einziges Buch über Flat coated Retriever gab. Dieses Buch wurde
verschlungen und unser Entschluss stand immer fester. Dann noch die vielen Bücher
über Retriever. Im heutigen Zeitalter half uns dann auch noch das Internet
sehr viel weiter. Wir verschlangen alle Informationen, die man über Flats
bekommen konnte. Wir konnten einfach nicht mehr aufhören, wurden süchtig!
Nun ging es darum einen Flat coated Retriever zu bekommen,
was sich nicht gerade als einfach herausstellte. Wir bekamen eine Welpenliste über
den DRC (Deutscher Retriever Club). Es
standen gar nicht so viele Züchter auf dieser Liste und alle so weit entfernt.
Nun begann ein abenteuerlicher Abschnitt. Jedes mal, wenn
ich eine(n) Züchter(in) am
Telefon hatte, war es entweder noch nicht so weit, oder man notierte sich meinen
Namen, nachdem man mir ganz viele Fragen gestellt hatte. Damals konnte ich diese
Fragen einfach nicht verstehen. Ich dachte schon daran mein „polizeiliches Führungszeugnis“
anzufordern um es dann direkt an die Züchter zu schicken. Heute verstehe ich
alle diese Fragen.
Jedenfalls hatten wir irgendwann einfach Glück und fanden
einen Züchter. Nun war Warten angesagt. Wir hatten dann vor Ort einen
Vorstellungstermin. Man war sich sehr sympathisch und die Mutterhündin war
traumhaft schön. Alles war so viel versprechend. Am Schluss gab es dann leider
doch noch ein Problem: Wir wollten unbedingt eine Hündin und die Züchterin
rief mich an und teilte mir mit, dass sie einen Rüdenüberlastigen Wurf
bekommen hat. Ich könnte einen Rüden haben, aber leider keine Hündin. Für
mich brach unsere kleine Welt zusammen.
Da hatten wir schon fast alles geplant. Hatten sogar schon
unseren Urlaub eingereicht. Wir waren verzweifelt und uns kam es so vor, als hätte
man sich gegen uns verschworen.
Wieder nahmen wir uns die „Welpenliste“ vom DRC vor.
Markus musste nun telefonieren, weil mich einfach der Mut verlassen hatte. Plötzlich
hörte ich, wie er jemanden am
anderen Ende der Leitung hatte, der offensichtlich noch Hündinnen hatte. Zwei
Tage später waren wir bereits vor Ort, denn die „Kleinen“ waren schon
bereits 6 Wochen alt. Freitags im Wochenendverkehr von uns nach Köln, aber
egal. Dort angekommen, sahen wir sie. Zehn kleine, süße, schwarze, spitzzähnige
Monster, eine Mama-Hündin und eine „Tante“. Es wuselte nur noch so. Die Züchter
waren uns sofort sympathisch und wir redeten und redeten und redeten. Die
„Kleinen“ hatten uns in ihren Bann gezogen. Wir konnten uns gar nicht mehr
wegbewegen. FASZINATION schlichtweg.
Als wir wieder nach Hause fuhren, hatten wir schon den nächsten
Termin.
Beim nächsten Treffen erzählten wir dann wieder von uns
und was wir mit dem Hund vorhaben. Wir erzählten, dass wir mit ihm artgerecht
Arbeiten wollten, dass es aber auch ein Familienhund werden sollte und dass wir
eine spätere Zucht
nicht ausschließen würden.
Uns gefiel, was uns unsere Züchter erzählten und ihnen
gefiel offensichtlich auch das, was wir sagten. Jedenfalls erfuhren wir an
diesem Tag, dass wir eine kleine Hündin von ihnen haben könnten.
Wir fuhren total glücklich nach Hause und feierten erst
einmal.
Der Tag, an dem unser „neues Familienmitglied“ einzog
kam immer näher und plötzlich war er da. Da bekamen wir plötzlich einen
„kleinen Wurm“ mit den Worten: „das ist sie, Eure Hündin!“ auf den Arm.
So zart, so .....was weiß ich alles.
Wir fuhren nach Hause und ab diesem Tag hat sich unser
ganzes Leben verändert.
Wenn sie so klein und so süß sind, dann brauchen sie uns
einfach ständig. Sie wollen schlafen, spielen, fressen und alles wieder
loswerden und das dauernd, aber es ist eine schöne Erfahrung. Man kann es kaum
abwarten, dass man auch etwas sinnvolles mit diesen kleinen Hunden anfangen
kann, dabei ist alles so schrecklich sinnvoll am Anfang. Sie lernen und lernen
und hören damit nicht auf. Es wird angefangen die „Kleinen“ spielerisch zu
erziehen und zu prägen. Man kann einfach nicht früh genug mit der Erziehung
anfangen, auch wenn es immer andere Meinungen geben wird. Wir hatten Glück und
kamen in eine super Welpenspielgruppe. Dort lernten wir auch unsere jetzige
Hundetrainerin Tatjana Kreidler
kennen. Von ihr hatten wir schon vieles Gute gehört. Wir bekamen sehr viele nützliche
Tipps, um unseren kleinen Liebling sanft und spielerisch zu erziehen. Luzy
und wir hatten Glück, dass wir gemeinsam bei ihr lernen durften und es immer
noch tun, denn man lernt ja bekanntlich nie aus. Auf unserem Weg der Erziehung
begleiteten uns viele Helfer. Wir lernen immer noch bei sehr
vielen renommierten Hunde-Trainern. Wir haben auch gelernt uns das für uns am
besten passende herauszusuchen, d. h. wir gehen mit Hilfe von unseren Trainern
und unseren Züchtern trotzdem unseren eigenen Weg. Das ist der Weg, auf dem
Luzy und wir als ein „Team“ gehen. Selbstverständlich haben wir sehr viel
Zeit in die Ausbildung von Luzy gesteckt, aber diese Arbeit war es wert. Es ist
ein Traum unserer Luzy beim „Arbeiten“ und Lernen zuzusehen. Wir haben bis
heute sehr viele interessante Menschen durch und mit unserem Hund kennen
gelernt. Wir haben sogar festgestellt, dass wir unseren Horizont erheblich
erweitert haben. Für uns ist es wichtig eine Sprache gefunden zu haben, mit der
wir uns mit unserer Luzy und anderen Hunden unterhalten können. Ein Tier zu
verstehen ist gar nicht so schwer. Man verständigt sich durch eindeutige Körpersprache,
konsequenten, eindeutigen Befehlen und ganz wichtig ist es, dass der Mensch der
Rudelführer ist und bleibt. Und wenn man dann noch das Glück hat keinen
dominanten Hund zu haben, dann kann er auch noch durch viel Liebe trotzdem zum
wunderbaren Begleiter werden, ohne dass er „Oberwasser“ haben will. So geht
es uns mit Luzy. Wir sind glücklich die stolzen Besitzer von Luzy sein zu dürfen.
Bis zum heutigen Zeitpunkt haben wir erfolgreich den Wesenstest,
Formwertprüfung,
die Begleithundeprüfung und die
Dummy A+F Prüfung
abgelegt.
Außerdem haben wir jetzt schon den elften Workingtest hinter uns, unter
anderem das Workingtestfinale 2002, bei denen
wir immer viel dazulernen.
Luzy war bereits auf zwei Ausstellungen
erfolgreich .
Durch Sibylle
Radtke haben wir u.a. jetzt auch Luzy dazu gebracht Wild zu apportieren und
waren mit Sibylle und ihren Hunden auf Luzys erster Entenjagd.
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